Slackline Verbot in Berlin vorbeugen
vom 09.10.2010 17:59
An dieser Stelle wollen wir (rechtzeitig?) auf eine Entwicklung hinweisen, die eine junge und trendreiche Stadt wie Berlin und erst recht deren Bewohner nicht mitmachen sollte.
Seit kurzem schlägt die Bürokratie auch bei den Berliner-Slacklinern zu. Kürzlich erhielten wir eine Mail von einem frustrierten Slackliner der seine Line mit Baumschutz (!) im Park spannen wollte. Irgend wann fuhr die Park-Wacht vor und forderte dazu auf die “illegale Konstruktion“ sofort abzubauen.
Da sich der ambitionierter Slackliner allerdings nicht unterkriegen lässt, wurde ein Antrag auf eine Sondergenehmigung (Erlaubnis zum Slacklinen) gestellt. Schon die Tatsache das für eine Tätigkeit dieser Art eine Genehmigung eingeholt werden soll ist traurig und zeigt die deutsche Bürokratie von der schönsten Seite. Die Antwort durch das Grünflächenamt ist jedoch noch deutlich trauriger. Wir zitieren:
Aus der Sicht des Grünflächenamtes sollte [...] keine Sondergenehmigung erteilt werden. Nach dem Grünanlagengesetz § 6 (1) ” dürfen Öffentliche Grün- und Erholungsanlagen nur so benutzt werden, wie es sich aus der Natur der einzelnen Anlage und ihrer Zweckbestimmung ergibt. Die Benutzung muss schonend erfolgen, so dass Anpflanzungen und Ausstattungen nicht beschädigt,…. oder anderweitig beeinträchtigt …..werden”.
Eine schonende Benutzung der Grünanlage ist durch das Slacklining nicht gegeben. Durch Slacklining werden die Bäume geschädigt. Sie sind der punktuellen Belastung durch den gespannten Gurt nicht gewachsen. Ihre Wachstumsbedingungen werden beeintächtigt. Aus diesen Gründen sollte hier keine Genehmigung erteilt werden.
Der Betroffene steht zwar noch im Schriftwechsel, für die Behörden jedoch ist die Angelegenheit mit einem Slackline-Verbot in Parks beendet.
Was sagt Slackliner-Berlin dazu?
Eine Schädigung der Bäume kann grundsätzlich nicht zu 100%
ausgeschlossen werden. Bei sachgemäßer Verwendung eines Baumschutzes ist
eine Schädigung jedoch höchst unwahrscheinlich. Selbst bei häufiger
Verwendung und starker Belastungen (zum Beispiel durch eine Longline,
die sehr stark gespannt werden muss) sind keinerlei Spuren nach der
Benutzung am Baum auszumachen!
Forderungen von Slackliner Berlin: Kein Slackline Verbot in Parks & Slacklinepark in Berlin
Bis eine Studie über die bis jetzt nur angeblich schädlichen
Auswirkungen des Slacklining nachgewiesen werden kann, sollte es kein
Slackline-Verbot in Parks geben. Als ein guter Kompromiss wäre eine
Baumschutzpflicht denkbar – denn der Schutz der Bäume ist auch im
Interesse der Slackliner.
In diesem Rahmen ist der passende Zeitpunkt gekommen, die Stadt dazu
aufzurufen, einen Slackline-Park in Berlin einzurichten. Als Modell
könnte der Slackline-Park in Innsbruck genommen werden, in welchem
einfache Holzpfeiler in den Boden versenkt wurden, an denen die
Slacklines gespannt werden können. Dieser Platz ist an sonnigen Tagen
eine beliebte Anlaufstelle für Slackliner sowie für nicht-Sportler.
Sozialer Austausch zwischen verschiedenen Schichten jeden Alters ist an
der Tagesordnung. Der Park in Innsbruck ist zu einem nicht
wegzudenkenden Ort der Begegnung für viele Menschen geworden.
Die grüne Stadt Berlin könnte durch die Errichtung eines solchen Parks
in zentraler Lage als Vorreiter in Deutschland mit überschaubaren Kosten
das Stadtleben bereichern.
Und noch mal an alle Slackliner: Verwendet Baumschutz!
Im eigenen Interesse. Und im Interesse der Bäume.
Durch Verwendung des Baumschutzes werden Bäume geschützt und Abrieb wird verhindert.
Wer ähnliches erlebt hat oder auf dem Laufenden bleiben will kann über
die Slackliner-Berlin Homepage sowie Facebook Gruppe auf dem laufenden
bleiben…
http://www.slackliner-berlin.de
http://www.facebook.de/slacklinerBerlin

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Kommentar von Anna | 05.06.2011
Die spinnen die Bürokraten. Bevor Slacklinen verboten wird, sollten erst einmal die Irren weggesperrt werden, die regelmäßig in Berliner Parks ihre Golfbälle mit 200 km/h durch die Parks hauen, oder die rücksichtslosen Radfahrer, die meinen, bei schönem Sommerwetter und vollen Parks mit 40 km/h auf schmalen Wegen herumzudüsen, so dass die Leute ihre kleinen Hunde und Kinder rechtzeitig in Sicherheit bringen müssen. Das ist nämlich wirklich gefährlich und nicht nur für die Bäume.